Wolfsspitze von der Römerroute / Infothek / Hunde

So kamen wir "auf den Hund"


Freddy

Als wir an einem Frühsommertag im Mai 1985 zum monatlichen Trödelmarkt an den Hammer Zentralhallen fuhren, ahnten wir noch nicht, dass wir mit einem neuen Familienmitglied nach Hause kommen würden. Wir hatten uns zwar schon lange mit dem Wunsch getragen, uns "irgendwann mal" einen Hund zuzulegen, doch dass es so schnell gehen würde, hätten wir nicht gedacht. Bis wir dann vor einem kleinen Käfig standen, in dem mehrere graue "Wollknäuel" vor sich hin dösten. Auf unsere Frage, was das denn für eine Rasse sei und wie die später mal aussehen würden, deutete der Händler auf einen ausgewachsenen Hund am Nachbarstand und meinte "Die wollen mal Wolfsspitze werden, so wie der da." Wir waren sofort begeistert von diesem herrlichen Tier und unser Entschluss stand fest: "So einer oder Keiner!" Doch welches von den Knäueln sollten wir nehmen? Diese Entscheidung wurde uns abgenommen, als einer der Kleinen dann versehentlich mit seinem Allerwertesten im Wassernapf landete, was so putzig und zugleich hilflos aussah, dass wir ihn einfach "retten" mussten.

Freddy Zu Hause angekommen stellte sich dann die Frage, wie wir unseren kleinen Freund nennen sollten. Nach einigem Hin und Her fiel die Wahl dann auf "Freddy", angelehnt an ein Lied der Gruppe "Acapulco Gold" über einen "Kater namens Freddy", der angeblich "immer wieder zurück kam", und das sollte unser Hund ja schließlich auch tun. Freddy machte diesem Namen im Laufe der nächsten vierzehn Jahre alle Ehre, denn er war so anhänglich, dass er uns, insbesondere seinem Frauchen, fortan förmlich an den Hacken hing. Er war zwar, wie jeder gesunde Hund, äußerst interessiert an allem, was um ihn herum passierte, doch entfernte er sich nie weiter von uns als auf Sicht- bzw. Rufweite. Freddy zeigte sich, mal abgesehen von der Trotz- und Flegelzeit der Jugendmonate, nicht nur als äußerst gelehrig, sondern auch als sehr folgsam. Man musste ihn eigentlich gar nicht erziehen, da es ihm Freude zu machen schien, ein "braver Hund" zu sein.

Durch die vielen schönen Jahre, die uns Freddy schenkte, stand für uns fest, dass wenn Freddy mal nicht mehr da sein würde, auch unser nächster Hund ein Wolfsspitz sein muss. Im Dezember 1998 kam dann der traurige Tag, an dem wir unseren mittlerweile greisen Freund auf seinem letzten Weg begleiteten. Mit tränenden Augen begruben wir ihn neben einer Engelstatue in der Nähe eines Waldschlosses.

Einstein

In den folgenden Tagen befolgten wir den schon lange vorher gefassten Entschluss und machten uns auf die Suche nach einem Wolfsspitzwelpen. Obwohl es uns nie etwas bedeutete, dass unser Freddy über keine Ahnentafel verfügte, war uns aber mittlerweile bewusst, dass wir mit ihm einfach nur riesiges Glück gehabt hatten. Um beim nächsten Hund das Risiko auszuschließen, an einen unseriösen Züchter zu geraten, kam diesmal nur ein Hund "aus gutem Hause" mit entsprechenden Papieren und Referenzen in Frage.

Einstein Fündig wurden wir dann schon nach kurzer Suche beim Zwinger "German Grey Stars", wo aus dem E-Wurf vom 9. September 1998 noch der letzte Rüde auf seine neuen Besitzer wartete. So kamen wir schließlich zu unserem "Einstein", den wir einen Tag vor den Weihnachtsfeiertagen mit in sein neues Zuhause nehmen konnten.

Auch wenn wir in Einstein mitunter unseren Freddy wieder zu erkennen glauben, so ist er doch ein völlig anderer Charakter. Einstein ist äußerst dominant und er versucht auch heute noch immer wieder seine Position innerhalb des Rudels (Familie) auszubauen. Wenn man in solchen Situationen konsequent ist, macht das aber keine Probleme. Im Gegenteil! Einstein ist durch seine selbstbewusste Art ein zuverlässiger Begleiter, der zudem durch seine für einen Wolfsspitz an der Obergrenze liegende, mächtige Erscheinung zu beeindrucken weiß. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Einstein ist durchaus auch ein Hund zum Knuddeln! Und was ganz besonders wichtig ist: Er spürt, ebenso wie unser Freddy damals, sehr gut, wann man selber mal Zuwendung braucht. An solchen Tagen, wo man mit sich und der Welt unzufrieden ist, sucht er die Nähe um zu zeigen "Keine Sorge. Ich bin ja da!".

Benno

Benno Doch Einstein blieb nicht lange unser einziger Hund! Durch einen Aufruf der Fernsehsendung "Tiere suchen ein Zuhause" kamen wir in Kontakt mit einem Tierheim, das uns schon kurz darauf anrief, um den älteren Wolfsspitz Benno zu vermitteln. Als wir uns mit den Vermittlern trafen, kamen die beiden Rüden gut miteinander aus, so dass wir Benno gleich mitnahmen. Zu Hause allerdings begann der Kampf um die Vorherrschaft, was sich von Tag zu Tag immer mehr steigerte und wir die beiden nicht mehr aus den Augen lassen konnten. So mussten wir Benno schweren Herzens nach etwa zwei Wochen wieder zurückbringen. Wie wir später erfuhren, hat er aber letztlich doch noch ein gutes Herrchen gefunden. Um sowohl Einstein als auch einem anderen Hund und letztlich auch uns selber die Wiederholung einer solchen Erfahrung zu ersparen, beschlossen wir, keinen weiteren Versuch mit einem zweiten Rüden zu machen.

Naomi

Zwischenzeitlich waren wir mit Einstein, angeregt durch seine Züchterin, auf verschiedenen Hundeausstellungen, wo er meist "vorzüglich" bewertet wurde. Durch diese Erfolge und da ohnehin nur eine Hündin in Frage kam, reifte in uns die Idee, vielleicht auch selber mal Hunde zu züchten. So begaben wir uns dann im Sommer 2000 auf die Suche nach einem Zwinger, dessen Tiere sich mit Einsteins Eigenschaften optimal ergänzen müssten.

Naomi Wir wurden schließlich bei den "Nellys" fündig, aus deren N-Wurf vom 1. August wir uns dann für unsere Hündin Naomi entschieden. Es sollte sich schon bald zeigen, dass dies eine gute Wahl war. Naomi beeindruckte die Richter auf den Ausstellungen bereits ab der Jüngstenklasse und wurde sogar schon mit knapp zwei Jahren Europasiegerin.

Auszeichnungen bei Wettbewerben sind allerdings nur die Referenzen, die man für eine erfolgreiche Zucht benötigt. In erster Linie sind Naomi und Einstein aber keine Show-Hunde, sondern das, was auch unser Freddy schon war, nämlich treue Freunde, die uns täglich Freude bereiten und Familienmitglieder, ohne die wir uns ein Leben nicht mehr vorstellen können.
Bonny

Neben den Erfolgen mit unseren Zuchthunden lag uns immer noch am Herzen, auch einem Tier ein Zuhause zu geben, das nicht so leicht zu vermitteln ist. Ein Hund also, der auf Grund seines Alters und / oder Gesundheitszustandes einerseits für junge Leute nicht "aktiv" genug ist und andererseits älteren Menschen eine zu große Last wäre.

Bonny Und hier ist sie nun, unser neuer Familienzuwachs. Bonny ist etwa 9 Jahre alt und führte bis zum Tod ihres Frauchens ein glückliches Leben. Danach wurde sie zweieinhalb Jahre lang zusammen mit einem Schäferhund in einem Hinterhof gehalten. Kaum Auslauf und völlig falsche Ernährung führten zu enormem Übergewicht, so dass sie zuletzt über 30 kg auf die Waage brachte. Arthrose und untrainierte Muskeln machten sie immer unbeweglicher. Im Dezember 2003 wurde Bonny aus dieser Lage gerettet und verbrachte die ersten Wochen danach bei Gabi B. von "Stimme der Tiere e. V." in Hagen.

Bonny Wir erfuhren von Bonny aus der Tagespresse und nahmen sogleich Kontakt auf. Schon beim ersten Besuch stellte sich heraus, dass sie eine ganz Liebe ist. Am 31. Januar 2004 war es dann endlich so weit, dass Bonny zu uns gebracht wurde. Nun schauen wir mal, dass es uns gelingt, sie von ein paar weiteren Pfunden zu befreien und durch regelmäßige Spaziergänge soviel Kondition aufzubauen, dass sie hoffentlich schon bald wieder ein richtig schönes Hundeleben führen kann. Sehr aufgeweckt ist sie mittlerweile ohnehin schon wieder. :o)

Samstag, 2005-07-30
Gestern mussten wir Abschied von Bonny nehmen. Sie hatte seit ein paar Tagen kaum noch fressen wollen. Die Untersuchung der Tierärztin ergab, dass sie einen Milztumor hatte, der bereits andere Organe verdrängte. Zum Glück hatte Bonny dabei keine Schmerzen. Eine Operation wäre auf Grund ihres Alters und ihrer Gebrechen ein zu großes Risiko gewesen, so dass sich leider nur die Frage stellte, ob man ihr noch ein paar letzte Tage lässt (denn mehr als das wäre es nicht gewesen). Dies wäre allerdings mit dem Risiko verbunden gewesen, dass sie letztlich vielleicht doch noch hätte leiden müssen. So haben wir uns schweren Herzens dazu durchgerungen, sie als glücklichen Hund einschlafen zu lassen, bevor es dazu zu spät ist. Selbstverständlich sind wir bis zuletzt bei ihr geblieben und haben sie anschließend mitgenommen, um ihr eine würdige Ruhestätte an einem ihrer Lieblingsplätze zu geben.
Die leider nur sehr kurzen anderthalb Jahre bei uns haben jedenfalls noch mal Licht in Bonnys bis dahin schattenreiches Leben gebracht. Und sie hat es uns durch ihre liebe Art vielfach gedankt.
 
Bonny und die kleine Antonia

2005-07-19: Dies ist eines der letzten Fotos von Bonny, auf dem sie wedelnd Naomis Nachwuchs begrüßt.
Antonia
 
Unsere zweite Zuchthündin wurde Naomis Tochter Antonia. Auch sie konnte bereits bei den ersten Ausstellungen überzeugen und wurde, ebenso wie ihr Bruder Arminius, mit knapp einem Jahr bereits Europa-Jugendsieger.
 
Arminius und Antonia (Arminius und Antonia - Europasieger-Zuchtschau Dtmd.2006)
 
''Eine Hündin mit Zukunft'' schrieb ihr der Richter (links im Bild) in die Bewertung. Auffällig ist übrigens Antonias frappierende Ähnlichkeit mit ihrer Mama Naomi, was sich nicht nur auf Äußerlichkeiten beschränkt, sondern auch das temperamentvolle Wesen einschließt. Bei ihrem Bruder Arminius (im Bild mit seinem Frauchen) hat zudem die imposante Größe von Papa Asco durchgeschlagen.
Ondra
 
Im März 2007 bekam unser Zwinger einen im wahrsten Sinne des Wortes kleinen Zuwachs, nämlich die Zwergspitz-Hündin Ondra (von der Illerau), die eigentlich keine Erweiterung des Zuchtbestandes darstellen sollte. Eigentlich! Mittlerweile ist aber auch sie bereits Mama geworden.
 
Ondra (Ondra mit Einstein)

Bonny-Bijou
 
Unsere vierte Zuchthündin ist Antonias und Einsteins Tochter Bonny-Bijou.
 
Bonny-Bijou (Bonny-Bijou im April 2008)
 
Anders als ihre Mama kommt Bonny-Bijou etwas mehr auf den Papa raus und präsentiert sich entsprechend selbstbewusst.

Lippetal, im April 2008
Webdesign by U.Urbschat © 2002-2018 (-04-26,15:11) - Reload